Ich nutze keine KI. Oder doch?

Ila:
Kipi, ich habe manchmal das Gefühl, alle reden über KI.  Aber ehrlich gesagt glaube ich, dass ich damit gar nicht so viel zu tun habe. 

Kipi:
Darf ich dir eine kleine Überraschung verraten?

Ila:
Jetzt bin ich gespannt. 

Kipi:
Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, dass du heute schon mehrmals mit KI in Kontakt warst, bevor wir überhaupt unseren ersten Kaffee getrunken haben. 

Frau mit Smartphone und Kaffeetasse am Küchentisch. Illustration zum Thema Künstliche Intelligenz im Alltag.

Ila:
Das glaube ich nicht. Ich habe doch nur mein Handy benutzt. 

Kipi:
Genau da fängt es schon an. 

Ila:
Wie meinst du das?

Kipi:
Wenn dein Handy dein Gesicht erkennt, um es zu entsperren, arbeitet im Hintergrund eine Form von Künstlicher Intelligenz.  Sie vergleicht dein Gesicht mit gespeicherten Merkmalen und entscheidet innerhalb von Sekundenbruchteilen:  „Ja, das ist Ila. “

Ila:
Okay, das hätte ich jetzt nicht als KI bezeichnet. 

Kipi:
Die meisten Menschen nicht.  KI versteckt sich oft hinter Funktionen, die inzwischen selbstverständlich geworden sind. 

Ila:
Wo begegnet sie mir denn noch?

Kipi:
Wenn du eine Route mit dem Navi planst. 

Ila:
Wegen der Stauwarnungen?

Kipi:
Genau.  Das System wertet riesige Datenmengen aus und berechnet, welche Strecke wahrscheinlich die schnellste ist. 

Ila:
Stimmt. Und das macht nicht einfach nur eine normale Software?

Kipi:
Die Grenze ist oft fließend. Moderne Navigationssysteme lernen aus Verkehrsdaten und erkennen Muster. Das ist ein typischer Einsatzbereich von KI. 

Ila:
Was noch?

Kipi:
Wenn du bei einer Online-Bestellung Vorschläge bekommst wie „Das könnte Ihnen auch gefallen“. 

Ila:
Diese Empfehlungen nerven mich manchmal. 

Kipi:
Die kommen meist von KI-Systemen, die versuchen vorherzusagen, was dich interessieren könnte. 

Ila:
Dann kennt die KI mich besser als ich mich selbst?

Kipi:
Nicht wirklich. Sie kennt Daten. Das ist etwas anderes als einen Menschen zu kennen. 

Ila:
Gut gesagt. 

Kipi:
Oder denk an deine E-Mails. 

Ila:
Was ist damit?

Kipi:
Viele Spamfilter arbeiten mit KI. Sie entscheiden, welche Nachrichten wahrscheinlich Werbung oder Betrug sind. 

Ila:
Das heißt, selbst wenn ich gar nichts merke, arbeitet da schon KI für mich?

Kipi:
Genau. Und meistens sogar ziemlich unauffällig. 

Ila:
Und beim Fernsehen? 

Kipi:
Wenn dir Netflix, YouTube oder Spotify etwas empfehlen, steckt ebenfalls KI dahinter. 

Ila:
Moment mal. Dann benutze ich ja schon seit Jahren KI. 

Kipi:
Willkommen im Club. 

Ila:
Das ist eigentlich verrückt. Viele Menschen haben Angst vor KI und nutzen sie gleichzeitig jeden Tag. 

Kipi:
Weil die meisten bei KI an Roboter oder Science-Fiction denken. Dabei begegnet sie uns viel häufiger als stiller Helfer im Hintergrund. 

Ila:
Also könnte man sagen: Die Frage ist gar nicht mehr, ob wir KI nutzen. 

Kipi:
Sondern ob wir wissen, wo wir sie nutzen. 

Ila:
Das gefällt mir. 

Kipi:
Und genau deshalb lohnt es sich, neugierig zu bleiben. Nicht aus Angst vor der Technik, sondern damit wir verstehen, was in unserem Alltag längst angekommen ist. 

Ila:
Dann habe ich heute etwas gelernt: Ich benutze KI schon viel länger, als ich dachte. 

Kipi:
Und das war erst die erste Tasse Kaffee. 

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